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die unternehmer-zeitschrift des arbeitsmarktservice oberösterreich

nr. 107 (märz 2005)

  AMS OÖ

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Zeitschriftenarchiv

editorial

Frauen nehmen nachhaltiger am Erwerbsleben teil, sie tragen seit Jahren das Beschäftigungswachstum. Viele Frauen aber sind nach wie vor auf Tätigkeiten beschränkt, in denen sie weniger verdienen als Männer und viele sind lebensabschnittsweise auf Teilzeitangebote angewiesen. Frauen sind daher oft auch zum Schaden der Unternehmen unter ihrem Potential beschäftigt.

Mehr Gleichberechtigung und höhere Produktivität sind nur in Kooperation zu erzielen: Frauen müssen den engen Berufskorridor sprengen, in dem sie sich traditionell bewegen, Betriebe müssen offener und flexibler auf Frauenbedürfnisse eingehen und die Sozialpolitik muß für eine hochwertige Unterstützung bei der Kinderbetreuung sorgen.

Mit seinem Programm 'Mehr Frauen in die Technik' trägt das AMS OÖ zu diesem Ziel bei.

roman obrovski
Roman Obrovski


frauen in die technik
ams oö vergibt den award 2005

Das AMS OÖ vergab zum zweiten Mal den AMS Award an Partnerunternehmen, die engagiert für mehr Frauen in technischen Berufen eintreten. Die Preisträger sind die Awender Kunststofftechnik GmbH in Neukirchen/Enknach (BR), die EV Group E. Thallner GmbH (EVG) in St. Florian/Inn (SD) und die voestalpine Stahl GmbH in Linz.

Das AMS OÖ verfolgt seit 2002 das Ziel, mehr Frauen in technische Berufe zu vermitteln. Daher fördert es Mädchen in Lehrberufen mit geringem Frauenanteil und die qualifizierte Ausbildung von Frauen in neuen Berufsfeldern. Die Information und Beratung von lehrstellensuchenden Mädchen und Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause sollen zudem das Interesse von Frauen an technischen Berufen wecken. Im Jahr 2004 vermittelten die MitarbeiterInnen des AMS OÖ 130 lehrstellensuchende Mädchen und 302 arbeitsuchende Frauen in technische Berufe. Gegenüber 2003 bedeutet dies einen Anstieg um 58 Prozent.

ing. birgit awender (awender gmbh), peter hofmann (evg), petra lehner (moderatorin), dir. heinz rittenschober (voestalpine) und dr. roman obrovski (ams oö) bei der verleihung des awards 2005
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engagierte unternehmen

Ohne die tatkräftige Mithilfe zahlreicher Unternehmen im gesamten Bundesland wäre diese erfolgreiche Entwicklung nicht möglich gewesen. Als Anerkennung für diese Leistungen vergab das AMS OÖ am 4. März den Award für Frauen in die Technik an engagierte Unternehmen in den Kategorien Klein-, Mittel- und Großbetriebe.

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awender

Die Firma Awender (Sieger in der Kategorie Kleinbetriebe) ist spezialisiert auf Kunststofftechnik - konkret auf Spritzguss und Formenbau. Das Unternehmen ist in den Segmenten Sport, Freizeit, Bauen, Wohnen, Fahrzeugelektrik, Maschinenbau und Rohrpost tätig und hat zahlreiche namhafte Kunden aus dem oberösterreichischen Raum, aber auch aus Italien und Deutschland. "Bei der Lehrlingsausbildung ist es von Vorteil, Mädchen zu nehmen", berichtet Geschäftsführerin Ing. Birgit Awender. "Sie sind eigenverantwortlicher und selbstständiger als Burschen. Wir haben 20 Mitarbeiter und einen Frauenanteil von mehr als 50 %. Die Mehrzahl ist in der Produktion tätig. Zwei Frauen setzen wir als Fachkräfte im technischen Bereich ein."

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evg

Die EVG (Sieger in der Kategorie Mittelbetriebe) ist ein international tätiges Unternehmen und baut Spezialmaschinen für die Mikrosystemtechnik. Neben zwei Standorten in Oberösterreich (St. Florian/Inn und Andorf) bestehen Tochterunternehmen in Deutschland, USA, Japan und Taiwan sowie zahlreiche Repräsentanzen. Das Unternehmen beschäftigt 340 MitarbeiterInnen, davon 290 in Oberösterreich. "Wir haben in den letzten zwölf Monaten 60 Mitarbeiter eingestellt, davon 40 in Österreich", berichtet Peter Hofmann, Executive Vice President and CFO von EVG. "Wir werden auch nächstes Jahr weiter wachsen. Die nachhaltigsten Erwartungen haben wir sicher in Asien."

Die Belegschaft ist sehr jung (Durchschnittsalter: 29 Jahre). In der Forschung und Entwicklung arbeiten fünf Frauen bei EVG; in der Fertigung und im Kundendienst sind knapp 20 Frauen beschäftigt. Sie verfügen zum Großteil über einen HTL- oder Fachschul-Abschluss, zum Teil über einen Lehrabschluss in einem technischen Beruf.

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voestalpine

Die voestalpine (Sieger in der Kategorie Großbetriebe) bildet seit 2003 verstärkt weibliche Lehrlinge aus. Im Lehrberuf ProduktionstechnikerIn beträgt der Frauenanteil bereits ein Drittel. Frauen arbeiten insbesondere in Forschung und Entwicklung, Verkauf und Mechatronik. Prokurist Heinz Rittenschober schätzt die Stärken von gemischten Teams: "Das Arbeitsumfeld wird insgesamt produktiver. Die Beziehungsorientierung der Frauen beeinflusst den Teamentwicklungsprozess positiv, Frauen denken stärker vernetzt. Und Frauen verfügen über hohe Führungsqualitäten und zeigen besondere Organisations- und Improvisationsgabe."


arbeitsplatzsicherheit
oberösterreicherInnen haben vertrauen in ihren job

89 Prozent der OberösterreicherInnen halten ihren aktuellen Arbeitsplatz für weitgehend sicher. Dies ergab eine Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts Spectra (Linz). Damit ist die Einschätzung der Berufstätigen in Oberösterreich weitaus optimistischer als das bundesweite Ergebnis.

Erhoben wurde die Meinung im Jänner 2005 unter bundesweit 1000 Personen über 15 Jahre. Danach halten 22 % der OberösterreicherInnen ihren Job für sehr sicher, weitere 67 % für ziemlich sicher. 7 % machen sich um ihren Job Sorgen, 3 % halten ihn für sehr unsicher (Rest: keine Meinung; vgl. die Grafik). Dieser Optimismus steht im Gegensatz zu den Ergebnissen der anderen Bundesländer: Dort halten zwischen
17 % und 24 % ihren Job für gefährdet. Die größten Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen sich Frauen, Personen mit einfacher Bildung bzw. geringer Kaufkraft. Eine Verschlechterung der Arbeitsplatzsicherheit in diesem Jahr befürchten 45 % der befragten OberösterreicherInnen, ebenfalls 45 % glauben, dass die Situation gleich bleibt oder sich verbessert (Rest unentschlossen). In den östlichen Bundesländern befürchten bis zu 62 % eine Verschlechterung.

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